Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins - AKWSGSH

Neuerscheinung: Kriegsleiden in Norddeutschland vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg – hrsg. von Ortwin Pelc

Studien zur Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins, Bd. 57

Zu allen Zeiten wurden die Menschen in Norddeutschland von Kriegen betroffen, direkt durch Kämpfe und Truppenbewegungen aber auch durch Soldaten aus der Familie an fernen Kriegsschauplätzen. Unter Kriegen litten und leiden zivile Personen – Frauen, Männer und Kinder, Junge und Alte – ebenso wie Soldaten; alle zählen zu den Verlierern von Kriegen. Bereits lange vor den Weltkriegen des 20. Jahrhunderts litten Menschen in Norddeutschland unter Kriegen: Im Mittelalter gab es Kriegszüge und Besatzungszeiten, ebenso im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) und im Nordischen Krieg (1700-1721), unter der französischen Herrschaft 1806 bis 1814 oder im deutsch-dänischen Krieg 1864, die sich alle auch in der Erinnerungskultur erhalten haben.

Historiker, Archäologen und Volkskundler betrachten hier in 16 Aufsätzen Kriegsleiden und Kriegsfolgen zu verschiedenen Zeiten aus der Sicht der Betroffenen und Leidenden. Sie fragen nach den regionalen und lokalen Auswirkungen einzelner Kriege auf die Menschen und ihre Lebenswelt, nach den körperlichen und mentalen Folgen der Kriegserlebnisse, nach wirtschaftlicher Not und Widerstand sowie nach den Folgen von Einquartierungen, Requirierungen, Plünderungen und Gefangenschaft vom Mittelalter bis zum Ersten Weltkrieg.

INHALT Ortwin Pelc: Einführung/Ralf Wiechmann: Kriegsleiden in Vorgeschichte und Mittelalter aus archäologisch-historischer Sicht/ Günther Bock: Ein Wirtschaftskrieg des Hamburger Rates im September 1342/Stephan Selzer: Invalidität und Gefangenschaft in Quellen des spätmittelalterlichen Hanseraums/Jörg Rathjen: Gewaltsame Widerstandsformen der Bevölkerung als Reaktion auf Kriegsleiden 1625 bis 1660/Antje Zeiger: Die Stadt Wittstock im Dreißigjährigen Krieg/Stefan Kroll: Kriegsleiden der Bevölkerung in Schwedisch-Pommern 1711 bis 1715/Nils Jörn: Wismar in Krieg und Krise zwischen 1716 und 1813/Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt: Die Belastungen der Zivilbevölkerung bei der Belagerung der Festung Glückstadt im Dezember 1813 und Januar 1814/

Antjekathrin Graßmann: Die „Ausstoßung“ der Hamburger 1813/14 durch die Franzosen/Sylvina Zander: Der „Kosakenwinter“ 1813 in Oldesloe/Detlev Kraack: Ein Strandspaziergang in Eckernförde am 7. April 1849/Gerd Stolz: Freiwillige Verwundetenpflege im dänisch-deutschen Krieg von 1864/ Ortwin Pelc: Kriegsleiden in Hamburg 1870/71/Olaf Matthes: Kriegsgefangene des Ersten Weltkriegs in Hamburg/Martin Rackwitz: Wirtschaftlicher und politischer Massenprotest in Kiel von 1916 bis 1918/Axel Attula: Mecklenburgs Feldgeistliche im Weltkrieg 1914-1918/Orts- und Personenregister

Erscheint im März 2021 im Franz Steier Verlag, Stuttgart

Softcover | 340 Seiten | ISBN 978-3-515-12956-5 | Preis: 56,- € | Mitglieder des ARBEITSKREISES erhalten 30% Rabatt bei Bestellung unter: service@steiner-verlag.de