Arbeitskreis für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins - AKWSGSH

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AKdigital – die digitale Veröffentlichungsreihe des Arbeitskreises für Wirtschafts- und Sozialgeschichte Schleswig-Holsteins (arbeitskreis-geschichte.de)

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Band 2:
Download: Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt (Hg.), „Pferde für Europa. Pferdehändler Johann Ahsbahs & Co Steinburg 1830-1840, AKdigital 2020“  (105 MB)

Inhaltsverzeichnis

Vorwort ………………………………………………………… 1

Einleitung ……………………………………………………….. 3

  1. Forschungslage ……………………………………………… 3
  2. Pferdehandel und -händler 1750–1850 ………… 4
  3. Die Nachfrage ………………………………………………… 9
      3.1 Militärbedarf (Remonten) ……………………….. 9
      3.2 Zivilbedarf ………………………………………… 12
  4. Die Organisation des Handels ……………………. 13
  5. Johann Ahsbäsch: Pferdehändler und Landwirt …. 21
      5.1 Quellen …………………………………………….. 21
      5.2 Der Schreiber Johann Ahsbäsch …………… 24
      5.3 Der familiäre Zusammenhang …………….. 32
      5.4 Der Pferdehandel im Einzelnen ………….. 37
        5.4.1 Art und Umfang des Geschäftes ……. 37
        5.4.2 Compagnons, Partner und Konkurrenz .. 39
        5.4.3 Geldgeschäfte ………………………….. 43
      5.5 Landwirtschaft …………………………………. 51
  6. Zusammenfassende Bewertung ………………….. 57
  7. Dansk samfatning …………………………………. 59

Edition ………………………………………………………….. 63

A. Das Briefbuch ………………………………………… 63
B. Auszüge aus den Anschreibebüchern …………. 255
C. Der 1825 eingerichtete neue Hamburger Pferdemarkt und seine Ordnung von 1837 ………….. 279

Verzeichnisse ……………………………………………. 287
Verzeichnis der benutzten Währungseinheiten …. 287
Kaufkraftrelationen ……………………………………… 288
Abkürzungen …………………………………………….. 288
Quellen- und Literaturverzeichnis …………………. 289
Personenregister ……………………………………….. 293
Ortsregister ………………………………………………. 316
Sachregister ……………………………………………… 325

Vorwort

1984 machte mich Reimer Möller, damals ehrenamtlicher Stadtarchivar in Glückstadt, auf eine Reihe von 3 bäuerlichen Anschreibebüchern aufmerksam, die sich an entlegener Stelle fanden hatten. Geschrieben waren sie von Johann Ahsbäsch. Die Bücher blieben nach kurzer Einarbeitungszeit zunächst unbeachtet, weil ich aus der Erfahrung mit dem Anschreibebuch Peter Ahsbäsch, Grevenkop, wußte, wie zeitaufwendig Auswertungsarbeiten an dieser Quellengruppe sind, mit anderen Aufgaben befaßt sah ich mich deshalb nicht in der Lage, den Büchern die nötige Aufmerksamkeit zu widmen. Erst 1987/88, während meines Archivschulaufenthaltes in Hessen und der damit verbundenen freien Zeit konnte ich mich in die Bücher kümmern. Nach ersten intensiver Lektüre entschloß ich mich schon bald die Edition des Briefbuches vorzubereiten. Denn was darin im Hinblick auf die Durchführungsweise des Pferdehandels steht, ist von großer Bedeutung für die Agrargeschichte der Elbmarschen und läßt einen Blick auf mittelbauerliches Handels- und Wirtschaftsverhalten werfen, wie er uns sonst nicht oder nur indirekt geboten wird.

Mitten in der mühevollen Transkription des Briefbuch-Textes und der Auswertung der beiden Kontokorrent- bzw. Wirtschaftsbücher erfuhr dann auch die in Deutschland erst zögerliche Beschäftigung mit der Quellen­gruppe „bäuerliche Anschreibebücher“ einen gewissen Aufschwung. Die Gründung der „Assoziation für die Erforschung bäuerlicher Schreibebücher“ bei einer Tagung in Kiel 1989 stellte einen beachtlichen Anreiz zur Beschäftigung der Arbeit dar, zumal im Frühjahr 1990 Kollegen aus der DDR ein erstes, höchst gewichtiges Buch zur Auswertung von „märkischen Bauernbüchern des 18. und 19. Jahrhunderts“ vorlegten. Nun wurde die Beschäftigung mit den Ahsbäschreibebüchern intensiviert und während des Sommers 1990 zum Abschluß gebracht.

Mit dieser Edition möchte ich erneut den Blick auf die außerordentlich vielfältigen Möglichkeiten lenken, die sich an den Geschichtswissenschaften mit der Quellengruppe „privatwirtschaftliche“, besonders der agrargeschichtlichen bäuerlichen Schreibebücher bieten. Und natürlich will ich den wirtschaftsgeschichtlichen Bedeutung des Pferdehandels neben der immer wieder überbetonten Pferdezucht holsteinischer, um so auch den Blick für spezielle Aspekte bäuerlichen Wirtschaftens zu schärfen. Darüber hinaus soll mit der Edition einen gelungen, klugen und weiterschauenden Krempermarsch-Bauern, nämlich Johann Ahsbäsch, und seinen Berufswegen, zu deren Teil er gehört, ein Denkmal gesetzt werden. So auffällig Ahsbäsch auch im Kreise seiner Nachbarn und Miteingesessenen in der Kremper Marsch, ja sogar den Elbmarschen ist, so wenig stellt er eine Ausnahme dar. Unter seiner zeitlichen Spanne finden sich mehrere Landwirte, die sich durchaus in ähnlichem Maße und die der Bauernschaft dieser Kleinregion – wenigstens bis 1914 – ihr Gepräge gegeben haben. Der Typ des lesenden, seine eigene Wirtschaft nur mehr leitenden Dorfausgedienten, marktorientierten Bauern war im ganzen 19. Jahrhundert in den holsteinischen Elbmarschen vorherrschend. Nur in der späten Zeit des 2. deutschen Kaiserreichs zeigten die Nachkommen zu Entordnungen, die überwiegend aus der exzellenten Ertragslage und der relativen Sorglosigkeit der Elbmarschen-Landwirtschaft dieser Zeit zu erklären sind.

Der Blick ist bei der vorliegenden Bearbeitung auf den „Herren“-bauern gerichtet. Er konnte sein Geld nur machen, wenn ihm viele Arbeitskräfte zu Gebote standen; von denen ist beim Schreiben der Bücher nur wenig und am Rande die Rede. Sie sollen aber nicht vergessen werden – auch wenn sie es nie zu eigenen Aufzeichnungen brachten und deshalb sozusagen nur passiv auf der Bühne der Geschichte erscheinen.

Ich danke Reimer Möller, der mich auf die Bücher aufmerksam machte und sie mir zugänglich machte. Peter Ibs gilt mein besonderer Dank für die freundliche Bereitstellung seines PC, mit dem die Textaufnahme erfolgte. Er und Ingo Buchholz machten sich auch die Mühe, mich in die Arbeitstechnik mit diesem Gerät einzuweisen. Paul Flamme hat mich geduldig beim Umlernen auf ein neues Programm geleitet und mir manche Unsicherheit genommen – dafür auch ihm mein Dank. Bjørn Poulsen hat mir nicht allein durch seine stete Bereitschaft zur Diskussion, sondern auch mit Anregungen der dänischen Übersetzung der Zusammenfassung geholfen. Michael Plata hat den kurzen und prägnanten Titelvorschlag, den ich nach erstem Zögern meinem umständlichen Vorschlag vorgezogen habe.

Ich danke für ihre Unterstützung bei der Identifizierung von Personen und bei der Klärung von Sachfragen: Dr. Ernst Böhme (Niedersächsisches Staatsarchiv Bückeburg), der Direktion des Services d’Archives de Paris, und mag. Heinrich von Förster (Spenderkasse Lokalkultur Aabenraa), Dr. Diedrich Heckmann (Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin), Dr. Heß (Staatsarchiv Hamburg), Ass. Karl-Jochen Stadelmann (Staatsarchiv Hannover), Prof. Dr. Ulrich Lang (Universität Kiel), Dr. Ralf Zapczynsky (Schleswig-Holsteinische Landesbibliothek, Kiel), Frau Ruhmann (Gemeinsames Archiv des Kreises Steinburg und der Stadt Itzehoe), Christian Radtke M.A. (Stadtarchiv Schleswig), Frau Rannegger (Stadtarchiv Wedel), Dr. H.-F. Schutt (Staatsarchiv Flensburg), Regierungsamtmann Jürgen Sielemann (Staatsarchiv Hamburg), Dipl.-Ing. Claus Tidow (Textilmuseum Neumünster), Herrn Ueck (Kreisarchiv Nordfriesland), Dr. Voß (Landeshauptarchiv Mecklenburg-Vorpommern Schwerin), Dipl.Psych. Renate Wermuth-Zwypinski (Cour Cheverny), Herrn Zenker (Stadtarchiv Dresden), Prof. Dr. Zylberberg (Archives de la Ville de Bruxelles) und schließlich dem Einwohnermeldeamt der Gemeinde Ixelles/Elsene bei Brüssel.

Hamburg, 1. September 1991
Klaus-Joachim Lorenzen-Schmidt